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Grabmal Raasch Schmiedeberg

Geliebt von seinen Mitmenschen

„Geehrt und geliebt von seinen Mitmenschen“ – wer hätte nicht gern einen solchen Nachruf auf seinem Grabstein? Mit ebendiesen Worten gedachten Schmiedeberger Einwohner ihres verstorbenen Amtmanns Christian Friedrich Raasch. Der starb am 28. Dezember 1822. Heute ist kaum noch etwas über ihn bekannt.

 

Doch muss er offenbar so viel Achtung hinterlassen haben, dass man ihm noch viel später ein eindrucksvolles gusseisernes Denkmal in klassizistischem Stil, umgeben von einem Gitter, auf dem Kirchhof des Ortes samt der prägnanten Inschrift setzte.

 

Das architektonisch wohl einmalige Monument steht geradezu als Paradebeispiel für den schwierigen Umgang mit Gräbern und Denkmalen auf Kirchhöfen, die ihre eigentliche Bedeutung als Begräbnisplatz verloren haben. Während sich die häufig noch aus dem Mittelalter stammenden brandenburgischen Feldsteinkirchen wie in Schmiedeberg inzwischenin einem guten Zustand befinden, bereitet das Umfeld Sorgen.

 

So lange Friedhöfe um die alten Gebäude herum genutzt werden, ist ihre Pflege eine Selbstverständlichkeit. Selbst die aufwendig zu restaurierenden Feldsteinmauern konnten Mitte der 90er Jahre an vielen Orten mit Hilfe öffentlicher Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen gerettet werden. Wo aber neue Friedhöfe an anderer Stelle entstanden, verschwanden auch die alten Grabsteine um die Kirchen im Laufe der Jahrzehnte.

 

Dabei können Grabkreuze und Sandsteininschriften, Gruftbauten und Gedenktafeln heute viel mehr historische Auskünfte geben als gemeinhin angenommen wird. Denn die Bestattungskultur hatte viele regionale Besonderheiten und veränderte sich auch mit Modeerscheinungen und dem Zeitgeist.

 

So findet sich an den Wänden der Schmiedeberger Kirche eine vollständig restaurierte Sammlung sogenannter Totenkronen. Ebenso sind die Gedenktafeln für Gefallene verschiedenster Kriege erhalten geblieben. Ein Zeugnis für die Nachwelt. Eine Merkwürdigkeit befindet sich im Unterbau des Turmes. An der Rückwand zum Kirchenschiff lehnt – vollkommen versteckt vor den Augen der Öffentlichkeit - eine übermannsgroße Sandsteintafel, die sich vermutlich einst auf dem Friedhof befunden hat.

 

Es ist die Grabtafel eines Mühlenmeisters aus dem Ort. Doch das gut erhaltene Stück steht verkehrt herum. Wahrscheinlich ließ man den tonnenschweren Stein bei der Auflösung des Friedhofes hereinbringen, achtete aber nicht auf die Inschrift.

 

An ihrem eigentlichen Platz erhalten geblieben sind mehrere Grabkreuze der Familie von der Hagen, die als Gutsbesitzer viele Jahre die Geschicke des Dorfes bestimmten. Wenige Meter weiter stehen noch zwei relativ unscheinbare gusseiserne Kreuze. Dabei handelt es sich um die Grabstätte des berühmten Literaturwissenschaftlers Friedrich Heinrich von der Hagen (1780 – 1856) und seiner Frau Marie Josephine. Der Germanist, der in Berlin lehrte, übersetzte das Nibelungenlied ins Neuhochdeutsche.